Geschichtsunterricht der besonderen Art – eine Begegnung die bleibt

Geschichtsunterricht der besonderen Art – eine Begegnung die bleibt
Am 27.01.2026, dem Holocaust-Gedenktag, wurde Geschichte für unsere Schulgemeinschaft auf eindringliche Weise lebendig. Wir durften die Holocaust-Überlebende Frau Irene Bindel zu einer Lesung aus ihrem Buch „Wassermilch und Spitzenwein“ begrüßen – einer Begegnung, die niemanden unberührt ließ.
In tiefer, gespannter Stille lauschten Schülerinnen, Schüler der Jahrgangsstufe 11 des ESG und aus der Berufsorientierenden Oberschule ihren Worten. Mit großer Offenheit und berührender Klarheit schilderte Frau Bindel ihre eigenen Erlebnisse sowie die Geschichte ihrer Eltern, insbesondere von 1933 bis 1945 und darüber hinaus in die Nachkriegszeit. Als Tochter einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters geriet ihre Familie früh ins Visier der Nationalsozialisten. Sie waren Ausgrenzung, Angst und einem Leben im Versteck ausgesetzt. Ihre Schilderungen machten das Leid, aber auch die Hoffnung und den Überlebenswillen dieser Zeit auf bewegende Weise greifbar.
Frau Bindels ruhige Leichtigkeit beim Lesen und ihre tiefe Empathie erfüllten den Raum und berührten die Herzen aller Anwesenden. Behutsam und respektvoll stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen – und erhielten ehrliche, nachdenkliche Antworten, die noch lange nachwirken werden.
Wir danken dem Bündnis „Unteilbar Spremberg“ herzlich für die Organisation und die Moderation dieser besonderen Veranstaltung. Diese Begegnung hat uns eindrücklich gezeigt, wie wichtig Erinnern ist – und wie notwendig es bleibt, besonders für die junge Generation, Menschlichkeit, Toleranz und Verantwortung in die Zukunft zu tragen und die Vergangenheit nicht zu vergessen.
Bilder und Beitrag: Odette Urban (Schulleiterin)


Tag:Irene Bindel, Winterwoche